… wenn Du Urlaub vom Urlaub brauchst (10 Fehler auf Reisen)

Glatze mit Sonne im Urlaub

Wir sind ja auch selbst Schuld: Wir könnten uns zwei Wochen lang an irgendeinen Strand legen, Cocktails am Pool schlürfen und uns in der Abendsonne massieren lassen. Wir könnten den ganzen Tag lesen, uns an den Füßen spielen und die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Alles ganz entspannt. Andere Menschen nennen sowas „sich erholen“, „Kräfte tanken“, „den Akku aufladen“. Sie buchen ihre Urlaubsreise im Katalog – am besten „all inclusive“ und mit maximal einem Tagesausflug pro Woche. Bloß nicht zu viel bewegen! Am ersten Arbeitstag nach den Ferien bringen sie dann die Sonne förmlich mit ins Büro. Sie kommen gut gebräunt durch die Tür und lassen jetzt jeden Handgriff am Computer gaaaaaanz entspannt angehen. Das haben sie sich so vorgenommen, erzählen sie Dir.

Wenn ich wiederum aus dem Urlaub zurückkomme, bin ich in der Regel total k.o. und muss erstmal runterkommen. Eindrücke verarbeiten. Kräfte sammeln. Ausschlafen. Selbst wenn der Körper noch einen Rest an Energie hat: Mein Hirn ist müde und bis zum Anschlag prall gefüllt mit Input. Dazu kommt der ganze liegengebliebene Kram, der mich erst zu Hause und dann im Büro schon wieder erwartet. Die To-Do-Liste im Hinterstübchen lässt sich nach den Ferien auch nicht länger verdrängen. Spätestens nach dem ersten Arbeitstag merke ich: Ich brauche Urlaub!

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Wie gesagt: Wir sind auch selbst Schuld daran! Wenn wir in den Urlaub fahren, machen wir immer wieder die gleichen dummen Fehler. Obwohl wir nach fast zehn Jahren gemeinsamen Reisens mittlerweile ausreichend Erfahrung haben müssten, lernen wir nicht aus den Erlebnissen der Vorjahre. Ich will ich mit diesem Artikel vor diesen diversen Dummheiten und unsinnigen Entscheidungen bewahren und meine gesammelten Altersweisheiten mit Euch teilen.

Hier sind die 10 dümmsten Fehler auf Reisen, die jede geplante Entspannung garantiert zunichte machen:

1. Am Tag vorher noch arbeiten

Arbeitnehmer in Deutschland haben in der Regel maximal 30 Urlaubstage pro Jahr. Damit muss man sparsam umgehen, wenn man viel verreisen möchte. Trotzdem sollte man sich mindestens einen Tag vor der Reise schon frei nehmen und sich nicht bis zur letzten Minute im Büro auspowern. Man hat ja schon genug damit zu tun, noch den Koffer zu packen, alle Unterlagen zusammenzusuchen und die Wohnung ordentlich zu hinterlassen. Da kann man nicht auch noch den Stress von der Arbeit gebrauchen.

Also: Sorge dafür, dass Du spätestens am Tag vor der Reise frei von allen Pflichten und Zwängen bist. Die vielen Vorbereitungen und die Strapazen der Anreise sind in Deinem Alter schon anstrengend genug!

2. Nur Großstädte bereisen

Mein Freund und ich haben den Drang, die größten Städte dieser Welt kennen zu lernen. Hongkong, New York, Rio de Janeiro, Bangkok, Buenos Aires, Dubai, Tokio, Neu-Delhi, … – die Liste unserer bisherigen Reiseziele könnten wir sicher noch ums Dreifache erweitern. Würde man sie als Punkte in einem Atlas markieren, sähe die Weltkarte aus, aus hätte sie Masern. Wir reisen wirklich gerne und lieben es, das internationale Treiben in den großen Metropolen hautnah mitzuerleben. Den Erholungsurlaub auf Sylt oder die Wellness-Kur im Schwarzwald sparen wir uns lieber fürs Rentenalter auf.

Die Kehrseite dieser Medaille: Menschenmassen, lauter Verkehr, unbekannte Wege, viele Eindrücke! Inmitten der Ballungsräume ist es fast unmöglich, mal zur Ruhe zu kommen und nicht das Gefühl zu haben, irgendwas zu verpassen. Selbst im Hotelzimmer hörst Du die Großstadt noch pulsieren. Reizüberflutung dieser Art hat auf der einen Seite ihren Reiz. Wer aber immer mittendrin sein will, darf sich über fehlende Entspannung wirklich nicht wundern.

3. Alles einzeln und selbständig buchen

Irgendwann hat man uns eingeredet, dass man Flüge und Hotels im Internet ja so viel billiger buchen könnte, wenn man sie selbst und einzeln bucht. Das können wir teilweise bestätigen: Gerade bei aktuellen Flugangeboten kann man irre viel Geld sparen, oft mehrere hundert Euro. Dafür muss man aber ständig die Augen offen halten und bei Schnäppchen im Netz schnell sein. Dazu kommt die individuelle Hotelbuchung, bei der man viel Arbeit in der Recherche stecken muss: Sich durch die vielen Angebote zu wühlen, die Lage, die Austattung, die Preise, die Bewertungen zu checken – das alles kann schnell ein komplettes Wochenende sprengen. Ob man dabei am Ende eine gute Wahl getroffen hat, erfährt man trotzdem erst vor Ort.

Stressfreier geht’s, wenn man Profis ran lässt: Die Pakete, die Reiseveranstalter und Reisebüros heutzutage schnüren, werden oft sorgfältig ausgewählt, von Fachleuten getestet und haben sich meist schon bewährt. Dank ihrer Beziehungen und großer Kontingente können die Profis oft auch erstaunlich attraktive Preise anbieten. Zugegeben: Die Reisen sind dann nicht besonders individuell, aber man kann sich (in der Regel) auf die versprochenen Leistungen verlassen. In jedem Fall spart man viel Zeit und Nerven.

4. Zu spät vorbereiten

Du freust Dich seit Wochen auf den Urlaub und nimmst Dir vor, die Zeit vor Ort effizient zu nutzen. Das ist verständlich. Deshalb solltest Du auch nicht erst im Flieger oder gar im Hotelzimmer überlegen, was Du auf Deiner Reise eigentlich alles sehen möchtest. Zu Hause am Computer kannst Du vorab viel bequemer recherchieren, ggf. auch schon Öffnungszeiten, mögliche Tagestouren oder Ticketpreise für Sehenswürdigkeiten heraussuchen.

Sich erst am Urlaubsort mit der Reise auseinanderzusetzen, kann dagegen knifflig, anstrengend und frustrierend sein. Diese Energie und vor allem Zeit kannst Du sinnvoller investieren – zur Not einfach mal in Entspannung. Mal ehrlich: So ein Urlaub ist zu teuer, um ihn mit Reiseführer-Lesen zu verschwenden, oder?

5. Zu viel vornehmen

Eine Reise zu planen, heißt: Entscheiden, was Du alles sehen willst – und was Du nicht sehen willst. Du setzt Dich unnötig unter Druck, wenn Du wirklich jede Kirche, jede Statue und jedes Geburtshaus irgendeines unbekannten Schriftstellers auf Deine Liste setzt. Wenn Du von morgens bis abends von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzt, siehst Du zwar viele Dinge, aber nichts davon richtig. Du wirst Dich hinterher sowieso nicht an jedes angepriesene Gebäude erinnern können.

Konzentriere Dich lieber auf die Attraktionen, die Dich wirklich interessieren. Du verpasst in Deinem Alter doch sowieso nichts mehr! Plane ausreichend Puffer sowie Zeit zum Bummeln und Essen ein. Ohne ein picke-packe-volles Tagesprogramm kannst Du die Zeit vor Ort besser genießen und bist am Ende des Tages auch entspannter.

6. Zu viel zu Fuß laufen

Wie kommst Du am Urlaubsort eigentlich von A nach B? Von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit? Die Wegstrecken dazwischen wirken auf der Straßenkarte oder bei Google-Maps überschaubar und schaffbar: Hier mal ein Kilometer, da mal ein Kilometer … Über den Tag verteilt summieren sich die Etappen, und Du bringst Du Deinen Schrittzähler zum Glühen. Noch schlimmer: Deine Füße werden ebenfalls glühen und sind am nächsten Tag müde und wund.

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Auch wenn Du gerne und viel läufst: Gönn Dir zwischendurch auch mal eine Taxifahrt oder zumindest ein U-Bahn- oder Busticket. Wenn Du jeden Abend erschöpft ins Bett fällst, kommt die Entspannung im Urlaub definitiv zu kurz. Und Hand aufs Herz: So viel verpasst Du wirklich nicht, wenn Du Dir die unnötigen Fußwege durch unbelebte Straßenzüge oder an Bundesstraßen entlang sparst.

7. Sich zwischendurch nichts gönnen

Laufe nicht achtlos an Leckereien vorbei! Du siehst ein gemütliches Café oder einen Delikatessen-Laden? Du möchtest einen saftigen Hamburger, einen Fruchtspieß, ein buntes Gebäckstückchen oder eine ungewöhnliche Eissorte probieren?

Du bist im Urlaub! Mach Dir eine Freude und gönn‘ Dir diese Erfahrung. Vielleicht bekommst Du nie wieder im Leben die Chance, diese leckeren landestypischen Spezialitäten kennenzulernen. Ich hätte es sehr bereut, wenn ich nicht die Hähnchen-Sticks in Costa Rica, die Kokosnuss-Milch in Brasilien, die Shawarma-Röllchen im Oman oder das Süßkartoffel-Eis in China probiert hätte. Und die dänischen Hot Dogs mit Speck drum herum. Und die koreanischen Reisnudeln. Und und und …

8. E-Mails checken

Klar, Du fährst in den Urlaub, um Deinen (Arbeits-)Alltag hinter Dir zu lassen und mal auf andere Gedanken zu kommen. Die sonst so geschätze moderne Technik macht Dir dabei aber einen Strich durch die Rechnung.
Wir buchen Hotels mittlerweile nur noch, wenn sie Gratis-WLAN anbieten. Eigentlich ist das dumm!

Zugegeben: Wir genießen es, abends im Bett mit dem Smartphone rumzulümmeln, die Nachrichten des Tages durchforsten und bei Facebook, WhatsApp und Co. zu stöbern. Wir kommen dabei auch immer wieder in die Versuchung, berufliche E-Mails zu lesen und die ein oder andere Anfrage direkt zu beantworten – obwohl man doch eigens eine Abwesenheitsnotiz eingerichtet hatte. „Wenn ich die E-Mail jetzt schreibe, muss ich sie nicht am ersten Arbeitstag im Büro schreiben“, so Deine einstudierte Dauer-Ausrede, um Dein Gewissen zu besänftigen.

Die Wahrheit ist: Jede einzelne E-Mail verhindert, dass Du im Kopf zur Ruhe kommst und den nötigen Abstand gewinnst. Wenn Du Deine Ferien sorgenfrei genießen willst, dann drossele bewusst Deinen Internet-Konsum und lösche Dein Job-Konto von Deinem Handy – zumindest für die Dauer des Urlaubs.

9. Zu viel fotografieren

Ich fotografiere viel und gerne. In der Regel komme ich mit mehreren vollgeknipsten Speicherkarten zurück. Tausende Fotos warten nach jedem Urlaub darauf, gesichtet, aussortiert und bearbeitet zu werden. Wann soll ich die Nachbereitung eigentlich schaffen? Und lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt? Ehrlich gesagt: Nein! In manche Bilder-Ordner habe ich nach der tagelangen Bildbearbeitung tatsächlich nie wieder reingeschaut.

Es gibt doch schon so viele Dinge, die Du bei Deiner Rückkehr erledigen musst: Koffer auspacken, Wäsche waschen, Post beantworten, und und und … Warum machst Du Deine To-Do-Liste länger als nötig? Spar Dir diesen zusätzlichen Stress! Fotografiere schon vor Ort nur die allerwichtigsten Momente – und nicht jedes 08/15-Gebäude. Von allen bedeutenden Sehenswürdigkeiten wird es längst viel bessere Bilder im Internet geben, als Du sie auf die Schnelle knipsen könntest.

Genieße stattdessen lieber den realen Anblick, statt den ganzen Urlaub über nur durch die Linse zu schauen. Die schönsten Erinnerungen hast Du bis zum Lebensende hoffentlich im Gedächtnis und im Herzen, nicht auf Deiner Festplatte!

10. Am Tag danach wieder arbeiten

Das war’s mit der Erholung: Du gehst direkt wieder ins Büro, hast bergeweise Post auf dem Schreibtisch, musst unendlich viele E-Mails bearbeiten und Dich um den ganzen Mist kümmern, den Deine Kollegen in Deiner Abwesenheit liegen gelassen haben. Willkommen zurück!

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Lass Dir Deine teuer erkaufte Entspannung nicht sofort wieder kaputt machen. Bleibe nach dem Urlaub noch mindestens einen Tag lang zu Hause und erhole Dich von der Rückreise. Schlafe Dich aus und träume in Deinem heimischen Bettchen noch einmal von der schönen Zeit. Du wirst Dich noch früh genug fühlen, als wärst Du nie weg gewesen. Versprochen!

Welche dummen Fehler fehlen in der Liste? Was machst Du, damit Du nach dem Urlaub nicht sofort wieder Urlaub brauchst? Ich freue mich auf Deine Tipps und Kommentare unter diesem Artikel!

2 Gedanken zu „… wenn Du Urlaub vom Urlaub brauchst (10 Fehler auf Reisen)“

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