… wenn Dir Haare in und aus den Ohren wachsen

Seit einigen Monaten habe ich auf meinem Schreibtisch zu Hause ein zusätzliches Utensil, das ich regelmäßig nutze – aber nicht für klassische Büroarbeit: Meine Pinzette liegt mittlerweile immer griffbereit und muss sofort ran, wenn ich mit der Fingerkuppe wieder eine nachwachsende Borste spüre, die in oder an meiner Ohrmuschel sprießt. Mein Bekenntnis: Ich zupfe Ohrenhaare!

Wenn Männer älter werden, dann fallen ihnen ja oft die Haare auf dem Kopf aus. Damit kann man sich irgendwann abfinden. Manche Kerle gewinnen sogar optisch, wenn sie sich selbstbewusst den verbleibenden Kranz abrasieren und zur Glatze bekennen. Dass im Alter aber oft auch neue Haare dazukommen – und zwar an den unmöglichsten Stellen – ist wirklich kein Grund zur Freude. Seit zwei, drei Jahren geht’s nun auch bei mir los: Vor allem die sichtbaren und spürbaren Härchen im und am Ohr nehmen zu. Die meisten davon fühlen sich noch wie Flaum an, aber einige Stoppeln werden bereits dunkler und dicker.

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… wenn Du laute Musik nicht mehr erträgst

„Bumm, bumm … bumm, bumm … bumm, bumm …“ – Seit ein paar Monaten lebt in der Wohnung unter mir eine junge Frau. Sie hat sich seit ihrem Einzug nie persönlich vorgestellt. Sie hat mich auch nicht zu einer Einweihungsparty eingeladen. Ich habe ihr zur Begrüßung aber auch keinen Kuchen vorbeigebracht. Wir sind hier ja auch nicht bei den „Desperate Housewives“, sondern in einem anonymen Mietshaus mitten in der Großstadt Dortmund.

Morgens im Hausflur grüßt die junge Frau jedenfalls sehr nett. Ich sehe sie nur selten, vielleicht einmal im Monat. Dass sie zu Hause ist, erkenne ich meist an den stylishen Turnschuhen, die sie auf der Fußmatte vor ihrer Wohnungstür abstellt. Und neuerdings auch immer öfter am lauten „bumm, bumm … bumm, bumm … bumm, bumm …“.

Ich kann ihr keinen ganz schlechten Musikgeschmack unterstellen. Sie hört eine Mischung aus aktuellen Chart-Hits und massentauglichen House-Beats. Manchmal rutscht auch ein lässiger Hip-Hop-Track dazwischen. Die Songs erahne ich in der Regel nur dank der Bässe. Und am Rhythmus, in dem mein Schreibtisch und mein Regal wegen der Bässe scheppern. Die junge Frau dreht die Musik meist so laut auf, dass meine komplette Wohnzimmer-Einrichtung munter vibriert. Auch die Wände und der Fußboden erwachen zum Leben. Selbst wenn ich den Fernseher einschalte oder selbst Musik höre, übertönen ihre Beats alles: „Bumm, bumm … bumm, bumm … bumm, bumm …“

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