… wenn Dir Jüngere in der Bahn einen Sitzplatz anbieten

„Sie sind älter.“ – Mit diesen Worten bietet mir der junge Typ im Zug den soeben frei gewordenen Sitzplatz an. Dabei grinst er frech, so kommt es mir zumindest vor. Frech, irgendwie unverschämt – oder vielleicht einfach nur … nett?

Aus beruflichen Gründen fahre ich regelmäßig mit der Bahn von Dortmund nach Düsseldorf und zurück. Das ist in Stoßzeiten eine einzige Katastrophe, denn der RE1 ist nahezu immer proppenvoll. Die wohl meist frequentierte Bahnlinie in NRW führt quer durchs Ruhrgebiet und bringt Pendler von Bochum nach Duisburg, von Mülheim nach Essen, von Düsseldorf nach Dortmund. Wer morgens oder am späten Nachmittag in den Regionalexpress einsteigt, erlebt mit ziemlicher Sicherheit ein Fest für die Sinne. Ein schwitzender Schwarm schiebt sich durch engen Gänge. Nur mit Boxer-Qualitäten hat man eine realistische Chance auf einen Sitzplatz.

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… wenn Weihnachten egal wird

Ich liebe Spekulatius. Die ganz billigen aus dem Supermarkt sind mir am liebsten. Wenn ALDI, REWE & Co. Anfang September die ersten Weihnachtsregale aufbauen, greife ich zu. 89 Cent pro Packung finde ich mehr als fair, und ich decke mich direkt für die Wintermonate ein. Das war’s dann aber auch mit der weihnachtlichen Vorfreude.

Es gab Zeiten, da war ich zum Beispiel an jedem zweiten Abend auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs. Hier ein Glühwein, da ein Glühwein – am liebsten schon vor Totensonntag. Der Advent-Event-Charakter hat bei mir als „Teen“ und „Twen“ noch voll funktioniert. Dick eingepackt und mit weihnachtlicher Pop-Musik auf den Ohren durch die Menschenmassen. Sich an Lichtern und Leuten erfreuen. Zwischendurch noch ein fettiges Schinkenbratenbrötchen, und die Welt war in Ordnung.

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… wenn Du vergisst, wie alt Du bist

„Weißt Du schon, wie alt Du bist?“ – Wenn man Kindergarten-Kinder nach ihrem Alter fragt, strecken sie einem stolz die Hand entgegen und zeigen mit den Fingern wahlweise eine drei, vier oder fünf. Mit jedem weiteren Lebensjahr wachsen sie nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Älterwerden ist für sie noch etwas Schönes, etwas Erstrebenswertes.

Es hat ja auch mehr Vorteile als Nachteile für sie: Sie dürfen dann länger aufbleiben, sie dürfen mehr Fernsehen gucken, sie bekommen mehr Taschengeld. Mindestens bis zur Pubertät lohnt es sich definitiv, älter zu werden. Endlich ernst genommen werden. Endlich Schluss mit „Das darfst Du erst, wenn Du groß bist …“

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… wenn Du Urlaub vom Urlaub brauchst (10 Fehler auf Reisen)

Wir sind ja auch selbst Schuld: Wir könnten uns zwei Wochen lang an irgendeinen Strand legen, Cocktails am Pool schlürfen und uns in der Abendsonne massieren lassen. Wir könnten den ganzen Tag Bücher lesen, uns an den Füßen spielen und die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Alles ganz entspannt. Andere Menschen nennen sowas „sich erholen“, „Kräfte tanken“, „den Akku aufladen“. Sie buchen ihre Urlaubsreise im Katalog – am besten „all inclusive“ und mit maximal einem Tagesausflug pro Woche. Bloß nicht zu viel bewegen! Am ersten Arbeitstag nach den Ferien bringen sie dann die Sonne förmlich mit ins Büro. Sie kommen gut gebräunt durch die Tür und lassen jetzt jeden Handgriff am Computer gaaaaaanz entspannt angehen. Das haben sie sich so vorgenommen, erzählen sie Dir.

Wenn ich wiederum aus dem Urlaub zurückkomme, bin ich in der Regel total k.o. und muss erstmal runterkommen. Eindrücke verarbeiten. Kräfte sammeln. Ausschlafen. Selbst wenn der Körper noch einen Rest an Energie hat: Mein Hirn ist müde und bis zum Anschlag prall gefüllt mit Input. Dazu kommt der ganze liegengebliebene Kram, der mich erst zu Hause und dann im Büro schon wieder erwartet. Die To-Do-Liste im Hinterstübchen lässt sich nach den Ferien auch nicht länger verdrängen. Spätestens nach dem ersten Arbeitstag merke ich: Ich brauche Urlaub!

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… wenn Du bei „H&M“ gesiezt wirst

Ich bin richtig zusammengezuckt, als ich zum ersten Mal bei „H&M“ gesiezt wurde. Ich muss damals so um die 15, 16, 17, Jahre alt gewesen sein. In der Zeit war „H&M“ die Hauptanlaufstelle für junge Leute, die sich die ganz teuren Markenklamotten nicht leisten konnten oder wollten. Für „New Yorker“ war ich nie cool genug, „C&A“ hatte ernsthafte Image-Probleme, „KiK“ war sowieso indiskutabel und „Primark“ in Deutschland noch völlig unbekannt. Auch Online-Händler wie „Amazon.de“ oder „Zalando“ hatten den Mode-Markt noch nicht umgekrempelt. Wenn ich also meinen Kleiderschrank auffüllen wollte, war der Gang zu „H&M“ fast alternativlos.

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