… wenn frühe Dunkelheit Dir zu schaffen macht

Frühe Dunkelheit - Teaser

Der Herbst ist eigentlich meine Lieblings-Jahreszeit. Das Wetter ist meist noch recht angenehm – nicht zu heiß und nicht zu kalt. Manchmal schleicht sich sogar noch ein schöner Spätsommer-Tag dazwischen und macht den Oktober golden. Außerdem endet mit dem Herbst die verfluchte Heuschnupfen-Saison. Das heißt: Endlich wieder frei durchatmen.

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Seit ein paar Jahren kann ich den Herbst aber nicht mehr so genießen wie früher. Je älter ich werde, desto empfindlicher reagiert mein Biorhythmus auf die früh einsetzende Dunkelheit. Im Hochsommer vor ein paar Wochen war es bis 22 Uhr hell, jetzt wird’s schon gegen 18 Uhr so düster, dass die Halloween-Geister aufgeregt mit den Hufen scharren.

Richtig gruselig wird’s, wenn Ende Oktober auch noch die Zeitumstellung droht und die verschobene Stunde für noch ungünstigere Lichtverhältnisse sorgt. Es dauert nicht mehr lange, dann gehen wir wieder im Dunkeln zur Arbeit und kommen im Dunkeln nach Hause. Wer also in der Mittagspause nicht an die frische Luft kommt, muss in der Woche komplett ohne Tageslicht auskommen. Da muss man doch depressiv werden! Kein Wunder, dass die Selbstmordrate im Herbst steigt. Wie halten das eigentlich die Skandinavier aus, die da oben im Norden noch weniger Tageslicht pro Tag abbekommen?

Nachtaktiv

Noch vor ein paar Jahren hat mich die frühe Dunkelheit überhaupt nicht gejuckt. Im Gegenteil: Ich würde mich selbst als nachtaktiv bezeichnen. Wenn es abends dunkel wird, laufe ich eigentlich erst zur kreativen Hochform auf und werde beim Arbeiten so richtig produktiv. Ich mag die Abendstimmung wirklich gerne und fand es schon immer ganz charmant, wenn die Lichter der Großstadt früh angeknipst wurden. Straßen und Menschen sehen in gelbem Kunstlicht oft sogar vorteilhafter aus. Die Atmosphäre jedenfalls hat einen besonderen Reiz für mich.

Doch ich werde offenbar älter. Die frühe Dunkelheit macht mir zu schaffen, und ich kann kaum dagegen ankämpfen. Sobald der Horizont die Sonne verschluckt, fährt mein Körper die Energiezufuhr herunter und würde am liebsten in den Stand-By-Modus wechseln. Morgens kann ich mich kaum aufraffen, und spätestens um 18 Uhr ist mein Akku wieder leer. Ich fühle mich schlapp und kann kaum aufhören zu gähnen. Während sich draußen die Bäume nackig machen, ziehe ich mich extra-warm an und lande mit dicker Decke auf der Couch. Dann versuche ich mich mit irgendwelchen TV-Serien wach zu halten. Meist ohne Erfolg. Wenn ich am späten Abend wieder aufwache, bin ich noch kaputter als vorher.

Am liebsten würde ich mich in einen 6-monatigen Winterschlaf begeben. Nicht ohne vorher einen 6-Monats-Vorrat an Süßigkeiten zu verputzen: Wenn es abends früher dunkel wird, habe ich jetzt wahnsinnigen Appetit auf Schokolade, Chips und Weingummi. Ob der Körper mir instinktiv schon eine Extra-Portion Winterspeck als Reserve unterjubeln will?

Mit Lichttherapie gegen die Herbstverstimmung

Im vergangenen Jahr hat mich die Herbstverstimmung so sehr in Beschlag genommen, dass ich aktiv werden musste. Erst habe ich im Internet die Erfahrungsberichte von Gleichgesinnten durchforstet -und dann mit letzter Kraft eine Tageslichtlampe bestellt. Klassische Nachtarbeiter schwören ja auf das künstliche Tageslicht aus der extra-hellen Röhre. Sie wird unter „Gesundheitsprodukt“ geführt, und sicherlich gibt es auch die ein oder andere bezahlte Studie, die den Effekt der Lichttherapie halbwissenschaftlich belegt.

Die Tageslichtlampe steht seitdem bei mir auf dem Schreibtisch. Wenn ich daran denke, nutze ich sie auch. 15 Minuten täglich treiben nicht nur meine Stromrechnung in die Höhe, sondern tatsächlich auch die Laune. Ich schaue tapfer ins gleißende Licht und habe das Gefühl, etwas für mich und mein Wohlbefinden zu tun. Die Wellness des kleinen Mannes. Sollte das ein reiner Placebo-Effekt sein, lasse ich mich gerne davon einlullen. Wenn andere an den „lieben Gott“ glauben dürfen, kann ich ja wohl auch auf die Kraft der magischen Lampe vertrauen.

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Jedenfalls scheine ich mit diesem Alters-Phänomen nicht allein zu sein. In esoterisch-angehauchten Internetforen beschreiben hunderte Menschen die negativen Auswirkungen der frühen Dunkelheit auf ihren Organismus. Immerhin: Die meisten beschreiben es nur als herbstliche Übergangsphase, bis sich ihr Körper an das fehlende Tageslicht und die kühleren Temperaturen gewöhnt hat. Das macht Hoffnung! Spätestens wenn der Weihnachtsmarkt beginnt, sollten wir uns also wieder energiegeladen und gut gelaunt auf den ein oder anderen Glühwein mit Schuss treffen können. Danach habe ich auch ganz sicher alle Lampen an. Versprochen!

Was macht die frühe Dunkelheit mit Euch? Wie übersteht Ihr die düsteren Herbsttage? Ich freue mich über Eure Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren unter diesem Artikel!

2 Gedanken zu „… wenn frühe Dunkelheit Dir zu schaffen macht“

  1. Das kenne ich. Aber es ist nicht erst seit einem gewissen Alter so, sondern schon immer. Ich bin ein absoluter Sommermensch. Was ich mache? Überleben. Das ist alles.

... und Deine Meinung?